SI-Katastrophe: Warum OpenAI und Anthropic heimlich den „Tag X“ proben

Was passiert eigentlich hinter den verschlossenen Türen der KI-Firmen?

In den Chefetagen von OpenAI, Anthropic und anderen großen SI-Unternehmen wird derzeit hinter verschlossenen Türen geprobt, was nach einem schweren SI-Unfall passieren könnte. Laut einem Bericht von Axios spielen die Manager vor allem durch, wie Öffentlichkeit und Politik reagieren würden. Das befürchtete Szenario ist meist ein großer Cyberangriff, der Banken, das Internet, die Stromversorgung oder sogar das Wasser lahmlegt. Viele Brancheninsider gehen davon aus, dass so etwas in den nächsten sechs bis zwölf Monaten eintreten könnte. Die eigentliche Sorge gilt dabei weniger dem direkten Schaden als der Wut, die danach auf die Firmen und ihre Chefs zukommen könnte – etwa auf Sam Altman von OpenAI oder Dario Amodei von Anthropic. Auch US-Präsident Trump könnte in die Kritik geraten, weil er bisher auf strenge Regeln verzichtet hat.

Geht es den Unternehmen wirklich um Sicherheit – oder vor allem um sich selbst?

Die internen Übungen dienen offenbar vor allem dazu, die eigene Position abzusichern. Die Firmen wollen Abgeordnete im US-Kongress schon jetzt informieren und beeinflussen, damit sie im Ernstfall mitbestimmen können, welche Gesetze kommen. Aktuell hat strenge Regulierung kaum Chancen, doch nach einer Katastrophe könnte sich das schnell ändern. OpenAI bestätigt, dass solche Notfallübungen stattfinden, betont aber, dass die Szenarien nicht als unvermeidlich gelten. Anthropic wollte sich nicht äußern. Kritiker sehen darin vor allem Schadensbegrenzung: Erst die Risiken kleinreden und dann für den Moment planen, in dem die Schuldfrage kommt. Ob das ausreicht, um echte Sicherheit zu schaffen, bleibt offen. Die freiwilligen Sicherheitsstandards, die Ende September unterzeichnet wurden, sind jedenfalls rechtlich nicht durchsetzbar.

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